Sie sind hier: Startseite / Angeklickt

Arbeit und Leben
im Kreis Herford
Kreishausstr. 6a
32051 Herford
fon 05221. 276917 -7 / -8
fax 05221. 276917 -9
info@aul-herford.de

Angeklickt ist ein Fund.

Auf diese Seite präsentieren wir in loser Reihenfolge Links zu interessante Texten, Audios und Videos.

Arbeitswelt in Frankreich: nicht gelähmt, zufrieden mit 35 Stunden (03.03.2013)

Werden Franzosen als faul dargestellt, ist das falsch. Dies sagt der Arbeitsmarktforscher Steffen Lehndorff.  Maurice Taylor, dem die Reifenfirma Titan Taylor gehört, wollte sich in Frankreich einkaufen. Titan Taylor verkündete, mehr als 500 Angestellte des angeschlagenen Werks des US-Reifenherstellers Goodyear im nordfranzösischen Amiens übernehmen zu wollen, doch das Projekt scheiterte. Die Gewerkschaften hätten zu viel Einfluß, die Beschäftigten würden höchsten drei Stunden am Tag arbeiten, polterte der US-Amerikaner Maurice Taylor. Steffen Lehndorff befördert solche Aussagen da hin, wo sie hin gehören: ins Reich der Märchen. Tatsächlich arbeiten die Menschen in Frankreich kaum weniger als in Deutschland. Die Debatte erinnere ihn viel mehr an »die Vorbereitung der Agenda 2010 bei uns«. Das Interview zu lesen gibt es in der Onlineausgabe der TAZ.

 

Amazon: Bedingungen der Leiharbeiter verbessern (19.02.2013)

Mit einer Online-Petition richtet sich ver.di an die Geschäftsführung von Amazon Deutschland. ver.di fordert, die prekäre Situation der Beschäftigten zu beenden. Auf der ver.di-Seite zu Amazon findet sich der Link zu einer Online-Petition. Hintergrund ist eine kürzlich in der ARD gesendete Reportage über skandalöse Zustände bei dem riesigen Online-Warenhaus. Ausbeutung und Schikane gehören demnach zum Geschäftsmodell. Dabei nutzt Amazon nur bestehende gesetzliche Möglichkeiten aus, um den Profit zu maximieren. Den Film können Sie sich in der ARD-Mediathek anschauen.

 

Bielefelder Appell: Pflege als Pflegefall (14.11.2012)

21 Betriebsräte und Mitarbeitervertretungen, die zusammen 10.500 Beschäftigte sozialer Dienstleister in Bielefeld repräsentieren, wenden sich mit dem ›Bielefelder Appell‹ an die Politik und die Öffentlichkeit. Schlechte Besetzung, zunehmende Arbeitsverdichtung – dies belastest die Beschäftigten schwer und macht eine gute Versorgung immer schwieriger. Dem Staat, vor allem den Kommunen, fehlt zunehmend das Geld, um soziale Angebote bei zugleich fairen Arbeitsbedingungen der Beschäftigten zu erhalten und zu bezahlen. Den  Appell können Sie hier im .pdf-Format lesen oder herunterladen.

 

Feen in Beauvallon (12.11.2012)

Der Autor Johannes Winter nimmt die Leser mit auf eine Reise in das Jahr 1942 in den Provence-Ort Dieulefit. Er war vor 70 Jahren Refugium für Menschen, die tödlicher Gefahr durch die Nationalsozialisten und ihre Kollaborateure entkommen mussten. Der 85-jährige Jean Morin erzählt, es habe während der Besatzungszeit keine einzige Denunziation in der Kleinstadt gegeben. Nachzulesen ist die Reportage hier in der Online-Ausgabe der Wochenzeitung ›Freitag‹. Übrigens führt Arbeit und Leben auch 2013 wieder einen Bildungsurlaub in Dieulefit durch.

 

Bedeutender Marxismus (08.10.2012)

Eric Hobsbawm war einer der großen Historiker. Geboren am 9. Juni 1917, verstarb er am 1. Oktober 2012. Sein wissenschaftliches Werk konzentrierte sich auf die Entwicklungen des Kapitalismus. Er selbst war Kommunist, der sich jedoch immer wieder unorthodox zeigte in seinem Denken. In seinem letzten Werk »Wie man die Welt verändert: Über Marx und den Marxismus« verteidigte er nochmals den Marxismus. ›Spiegel Online‹ hat ein biografisches Interview mit ihm geführt, es ist hier nachzulesen.

 

Die Vorsorgelüge (07.10.2012)

Es gab einmal Zeiten, da konnte sich der ehemalige Bundesminister für Arbeit und Soziales Norbert Blüm hinstellen und verkünden: »Die Rente ist sicher«. Auch heute wäre eine solche Aussage über die gesetztliche Rente noch möglich, wäre politischer Wille vorhanden, das System zu erhalten. Stattdessen wird seit Jahren propagiert, wer im Alter genügend Geld haben wolle, müsse sich zusätzlich privat absichern. Die Riester-Rente ist populär, in der Regel verdienen an ihr aber nur die Versicherungskonzerne. Das Geld unter das Kopfkissen zu legen, würde mehr bringen.

Holger Balodis und Dagmar Hühne gehen in ihrem aktuellen Buch »Die Vorsorgelüge« darauf ein, wie Politik und private Rentenversicherungen die Menschen ganz gezielt in die Altersarmut treiben. Das Buch ist detailliert und lesenwert und sicher auch eine Argumentationshilfe im aufziehenden Bundestagswahlkampf. Den beiden Autoren zeigen auf, wie die gesetztliche Rentenversicherung madig gemacht wurde, auch und vor allem in der Zeit der rot-grünen Bundesregierung um die Jahrtausendwende. Das Taschenbuch mit 272 Seiten ist im Ullstein-Verlag (Econ) erschienen und ist für 18 Euro unter anderem direkt dort beziehbar.

 

Es geht abwärts (24.08.2012)

Oliver Nachtway beschreibt in seinem Artikel, wie aus der Aufstiegs- eine Abstiegsgesellschaft geworden ist, zumindest für die große Mehrheit der Bevölkerung. Der Kern der Abstiegsgesellschaft liege in den Arbeitsverhältnissen, sagt der Autor des Artikels in der Wochenzeitung ›Freitag‹. Nur noch 60 Prozent der Beschäftigten arbeiten in einem Normalarbeitsverhältnis, Tendenz sinkend. Zugleich sinke der Lebensstandard nicht unmittelbar, weil viele vom Wohlstand der Eltern-Generation zehren. Aber: Mindestens die Abstiegsangst ist längst da. Nachway sagt: Der Klassenkonflikt wird immer bedeutsamer. Ein interessanter Artikel, den Sie hier auf den Online-Seiten der immer wieder spannenden Wochenzeitung ›Freitag‹ nachlesen können.

 

Studie zum Dritten Weg (11.07.2012)
Sozialunternehmen der Diakonie haben in den vergangenen Jahren verstärkt mit Ausgliederungen von Betrieben und Betriebsteilen agiert. Zu dieser Einschätzung kommt eine Forschergruppe in einer von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten qualitativen, explorativen Studie. Auch Leiharbeit ist nach Ansicht der Forscher in diakonischen Einrichtungen eine "übliche Praxis", die allerdings in letzter Zeit an Bedeutung verloren habe.

Zudem setzten viele diakonische Sozialunternehmen ihre aus dem Selbstbestimmungsrecht der Kirchen abgeleitete arbeitsrechtliche Sonderstellung offensiv ein, bestätigen die AutorInnen der Studie, die im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung von Heinz-Jürgen Dahme (Fachhochschule Magdeburg), Norbert Wohlfahrt (Evangelische Fachhochschule Rheinland-Westfalen-Lippe), Gertrud Kühnlein und  Anna Stefaniak (Sozialforschungsstelle der TU Dortmund) durchgeführt wurde. Der von den Kirchen praktizierte so genannte "Dritte Weg" werde "aktiv als Geschäfts- und Wettbewerbsstrategie genutzt, um sich gegenüber sozialwirtschaftlichen Konkurrenten durchzusetzen", schreiben die Forscher. 

Eine Zusammenfassung der Studie können Sie hier nachlesen. Die ganze Studie können Sie hier als .pdf herunterladen oder ansehen.

 

Idiotenspiel (13.04.2012)

Hartmut Rosa, Professor für Soziologie an der Universität Jena, geht in seinem Artikel in der April-Ausgabe der Zeitung ›Le Monde diplomatique‹ auf den Neoliberalismus ein. Die spätmoderne kapitalistische Gesellschaft erzeuge systematisch Gewinner und Verlierer, schreibt Hartmut Rosa. Doch »die unheilvolle Konzentration« der politischen Linken auf die Frage der Verteilungsgerechtigkeit spiele niemand anderem als dem neoliberalen Gegner in die Hände. Warum das aus Sicht des Wissenschaftlers so ist, können Sie hier nachlesen.

 

13 Gründe gegen die Ausplünderung der Gesellschaft (12.01.2012)

Der Text des Schriftstellers Ingo Schulze zeichnet ein düsteres Bild einer postdemokratischen Gesellschaft. Kapitalismus brauche keine Demokratie. Schuld sei das Gemeinwesen selbst, weil es sich nicht gegen die Ausplünderung wehre. Immerhin, nach drei Jahren Textsperre traut sich der Autor wieder, einen politischen Artikel zu veröffentlichen. Und er entlässt die Leser mit einem Hinweis: Es komme darauf an, sich selbst wieder ernst zu nehmen und Gleichgesinnte zu finden. Veröffentlicht am 12. Januar 2012 in der Süddeutschen Zeitung, hier nachzulesen.